
Patientenspezifische Implantate
Alles rund um unsere
Kranioplastiken
Hauptprodukt von 3di sind die patientenspezifischen Implantate für den Gesichts- und Hirnschädelbereich. Diese können beispielsweise nach Traumen, Tumoroperationen, Entlastungskraniektomien, OP-Zugängen oder bei funktionell-ästhetischen Korrekturen notwendig werden. Mit einer passgenauen Fertigung für den einzelnen Patienten, möchten wir dem Mediziner die Arbeit im OP erleichtern und einen möglichst erfolgreichen Genesungsweg des Patienten unterstützen.

Verwendetes
Implantatmaterial
Das Material wird nach medizinischen und fertigungstechnischen Gesichtspunkten ausgewählt. Es werden nur medizinisch zugelassene Materialien verwendet.
BIOVERIT®II
ein dichter, nicht ausgasender und nicht resorbierbarer Werkstoff, der mit herkömmlichen Werkzeugen mit hohen Fertigungsgenauigkeiten spanend bearbeitet werden kann. BIOVERIT®II ist eine maschinell bearbeitbare Glaskeramik des SiO2-Al2O3-MgO-Na2O‑K2O‑F-Systems, bestehend aus einer Kristallphase (ca. 60 %) mit hauptsächlich Phlogopit-Kristallen, die in einer Alumosilikatglasmatrix (ca. 40 %) eingebettet sind. Es sind keine toxischen Wirkungen bekannt.
PEEK
Polyetheretherketon wurde als nicht resorbierbarer Hochleistungsthermoplast für die Langzeitimplantation entwickelt und ist ein aromatisches Polymer mit einer linearen Struktur, zu den (Poly)-aryletherketonen (Polymergruppe) gehörend. PEEK ist ein teilkristalliner Werkstoff, der mit herkömmlichen Werkzeugen mit hohen Fertigungsgenauigkeiten spanend bearbeitet werden kann. Seit dem Jahr 2008 werden von der 3di GmbH aus diesem Material patientenspezifische Implantate für den Schädel produziert.
TITAN
ein nicht resorbierbares, hochstabiles Metall für die Langzeitimplantation und hat sich bereits in vielen Körperregionen bewährt. Aufgrund dieser Stabilität ist es möglich, die Implantate sehr dünn zu gestalten. Eine nachträgliche Bearbeitung mit OP-Werkzeugen ist wegen der hohen Festigkeit sehr schwer bis gar nicht möglich. Da Reintitan zum Abrieb neigt, verwenden wir für unsere Implantate die Titanlegierung Ti-6Al-4V.
Unsere Verfahrensweise
Datenerstellung und Datentransfer
Die erforderlichen Daten des Defekts werden in der medizinischen Einrichtung mit dem bildgebenden Verfahren der Computertomografie aufgenommen und anschließend im DICOM-Format gespeichert.
Über unser Internettransferportal erreichen uns die Daten sicher, verschlüsselt und schnell. Ebenso können Sie die Daten als QR-Code per E‑Mail zur Verfügung stellen oder auf einem Datenträger (CD-ROM, DVD, USB-Stick) postalisch an uns übersenden.
Die gewünschten CT-Aufnahmeparameter sowie den Link zum Internettransferportal erfragen Sie bitte hier.

Datenaufbereitung
Die Daten der CT-Aufnahme des Patienten werden durch uns aufbereitet und konvertiert, so dass ein virtuelles 3D-Modell vom Kopf des Patienten entsteht.

Erstellung eines 3D-Implantatmodells
Auf der Grundlage des virtuellen 3D-Patientenmodells wird ein Implantatmodell konstruiert. Nach Abstimmung zwischen dem behandelnden Mediziner und unseren Konstrukteuren, bestimmen Sie [der Mediziner] die endgültige Implantatform. Falls notwendig, senden wir Ihnen auch physische 3D-Modelle für die Implantatplanung zu.

Übersendung Freigabe und kaufmännische Bestellung an 3di
Um die Kranioplastik produzieren zu können, benötigen wir in jedem Fall zwei Dokumente. Die Freigabe der Konstruktion („Abspracheprotokoll“) durch den behandelnden Mediziner, sowie eine kaufmännische Bestellung mit Angabe der Liefer- und Rechnungsadresse.

Herstellung und Versand des Implantates
Nach Freigabe der Implantatform werden die Konstruktionsdaten in CNC-Steuerdaten umgewandelt und anschließend mittels computergestützter Fertigung in unserem hauseigenen Fertigungszentrum hergestellt.
Abschließend erfolgt der Versand unter Bereitstellung der notwendigen Papiere sowie ggf. notwendiger Zubehörteile, wie z. B. Resektionsschablonen oder spezielle Schrauben für die Befestigung.

Häufige Fragen
Wie komplex können die Implantate sein?
Nahezu jede beliebige Knochenstruktur des menschlichen Schädels kann nachgebildet werden. Die Herstellungsgenauigkeit beträgt < 0,5 mm. Maßgeblich ist die Güte der uns überlassenen CT-Daten (Alter, Schichtabstand).
Unter welchen Aspekten wird die Form gestaltet?
Der funktionelle Schutz wird gewährleistet und die äußere Form des Patienten wiederhergestellt oder bei genetisch bedingten Defekten entscheidend verbessert.
Können Weichgewebedefizite mit dem Implantat/Augmentat ausgeglichen werden?
Sofern es die Hautverhältnisse des Patienten zulassen, können Weichgewebedefizite gegebenenfalls ausgeglichen werden. Dies sollte allerdings unbedingt vorab mit dem zuständigen Konstrukteur besprochen werden.
Wie können die Implantate sterilisiert werden?
Da die Implantate nicht steril geliefert werden, ist jeder versendeten CAD-Plastik eine detaillierte Reinigungs- und Sterilisationsanleitung (Dampfsterilisation, 134 °C) beigefügt. Unsere Implantate sind zur Resterilisation (max. 2 Wiederaufbereitungszyklen) geeignet. Die Entscheidung über einen erneuten Einsatz am Patienten obliegt aber in jedem Falle dem behandelnden Mediziner.